unser Treffen im Allgäu

es war wirklich spontan……… kein großes Drumherum……und richtig schön

vergangenes Wochenende haben wir uns bei Michael in Wolfegg (Landkreis Ravensburg) getroffen. Cate und ich reisten ab Mogendorf zusammen an.

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Es gab natürlich viel zu erzählen 🙂 Am Samstag trafen wir Morgens Arno in Wangen, (er reiste aus der Nähe von Stuttgart an). Guide Michael führte bei Kaiserwetter durch das Allgäu Richtung Österreich, Teile der deutschen Alpenstraße, über den Hochtannbergpass, den Riedbergpass, durch fantastische Frühlings-Landschaften.

Arno klinkte sich am Nachmittag Richtung Schruns aus, um Jack zu besuchen. Schade dass Jack an diesem Tag keine Zeit hatte um mit uns ein paar Runden zu drehen. Wir fuhren wieder nach Wolfegg, um am Abend mit Michaels Familie zu grillen. Es war ein gelungener Abend.

Nach dem Frühstück am Sonntag lotste Michael uns noch über Kleinststraßen und Hopfengärten an den Bodensee, von dort aus verabschiedete ich mich dann von Cate und Michael und startete kurz nach Mittag Richtung Heimat.

es war ein super schönes Wochenende, schön dass wir zusammen gefunden haben.

Ein besonderer Dank noch an Michael, Danke für Deine Mühe, die Möglichkeit bei Dir zu übernachten, für Speiß und Trank, der Tourenplanung ……….. Danke

Resume/Eindrücke

Jetzt sind seit meiner Rückkehr knappe 4 Monate vergangen, der Alltag hat mich vollumfänglich gleich wieder gehabt, aber immer wenn ich an meine Bilder komme, oder ich nach meiner Reise gefragt werde………. bin ich am träumen 🙂

Es waren 11970 km, keinerlei Defekte am Motorrad, lediglich 4 mal Kette spannen, und einmal das Lenkkopflager nachstellen lassen. Die Ausrüstung war perfekt, auch dort keine Ausfälle, alles hat gehalten. Zur BMW möchte ich sagen, dass sie sich tapfer geschlagen hat, alles mitgemacht hat (und es waren teilweise wirklich übele Strecken in der Mongolei) lediglich auf langen Tagesetappen irgendwann unbequem wurde. Das war aber der zu erwartende Kompromiss, denn mit einem Tourer hätte ich diese Reise nicht machen können.

In allen Ländern hatte ich immer nur positive Erfahrungen mit den Menschen gemacht, es waren immer alle neugierig, hilfsbereit und freundlich. Sicher gab es ein/zwei Außnahmen, die aber in der Summe untergehen.

Die endlose Weite in der Mongolei, diese Ruhe und Abgeschiedenheit, – eigentlich Wildnis, war er bleibenste Eindruck dieses Landes. Irgendwann werde ich es wieder besuchen, aber anders 🙂

Russland betrachte ich auch heute noch als reines Transitland, es waren knapp 6000 km, wobei nur die ersten 500 km schön waren, – das Altaigebirge Richtung Barnaul. Der Rest war dreckig, staubig, laut und voller rücksichtloser Verkehrsteilnehmer. Der größte Blödsinn war alle 200 km an einer Tankstelle. In Russland zahlt man vorher 😦 Dass mich zwei korrupte Polizisten zum Schluss noch ausnehmen wollten, ärgerlich, aber heute lache ich darüber, – gehört irgendwie dazu 🙂

Lovely Georgia 🙂 Traumhaftes Land, welches ich auch wieder besuchen werde. Die alte georgische Heerstraße war ein Leckerchen, leider stark befahren, zwischendurch immer mal wieder Schotter.

Die Türkei war an der Schwarzmeerküste der schönste Teil, hier waren alle gastfreundlich und nett. Im Landesinneren änderte sich das ein wenig, aber spürbar. Es wurde schon einige Male hier und da gefrozzelt. Um Istanbul dann sehr europäisiert und normal.

Nach der letzten Nacht in der Türkei trieb es mich nach Hause, ich hatte mir den Magen verdorben, und wollte in Österreich zum Arzt/Apotheke. Daher flogen die Länder wie Bulgarien, Kroatien und Slowenien nur so an mir vorbei.

Zur Planung und Organisation: Ich hatte ca 1,5 Jahre vor Beginn der Reise mit der Planung begonnen, und durch Recherche im Internet mich perfekt darauf vorbereitet. Zu jedem erdenklichen Ereignis hätte es eine Lösung gegeben 🙂 Das einzige was ich zu Hause vergessen hatte, war die grüne Versicherungskarte. Diese aber hat mir meine Frau per Mail in die Mongolei geschickt. Ohne diese hätte es in Russland Probleme gegeben.

Was ich nie mehr tun würde: mit Fremden planen und fahren (hier ein besonderer Dank an meinen Mitreisenden Kai, welcher mit allen Fazetten negative Stimmung immer und überall verbreitete, der in keinster Weise vorbereitet war und sich auf andere verließ, dessen Motorrad so verbastelt war, dass man froh sein konnte, wenn es mal einen Tag durchhielt, der ohne Karten und Navigation unterwegs war……….es würde endlos weitergehen…….. der mich dann als es mir nicht gut ging stehen gelassen hat.)

Auch hätte diese Reise nicht wie es ursprünglich geplant war mit meinem „Bademeister-Freund“ stattfinden können, denn es gab Situationen, die hätten wir nicht gemeinsam lösen können. Es war gut, dass er aus welchen Gründen auch immer damals abgesagt hat. Ich hatte Zeit genug, in diesem Fall das Wort „Freund“ zu überdenken.

Wenn ich so etwas nochmal mache, dann alleine, denn alleine ist man unterwegs eigentlich nie, die nettesten Begegungen waren unterwegs.

Scheffau-Zoll-ADAC—und plötzlich zu Hause :-)

Nach einem leckeren Frühstück (die Maschine hatte ich vorher schon gepackt) ging es um 07.45 Uhr erstmal zum Hintersteiner See, meinem „Lieblingssee“ am Wilden Kaiser. Das waren nur 10 min Fahrt. Ich genoß das Panorama des Sees und der Berge

Jetzt ging es auf dem direkten Weg Richtung Kiefersfelden und von dort nach Reischenhart zum Zollamt. Ich musste das Motorrad wieder nach Deutschland einführen und ich brauchte die nötigen Stempel in meinem Carnet de passage. Die Zollbeamten waren alle sehr nett, und nach nicht ganz 20 min war alles fertig, sodass ich direkt weiter bin nach München zum ADAC. Dort musste ich das CdP abgeben um die hinterlegte Kaution wieder zu bekommen. Auch das war binnen kürzester Zeit erledigt.

5 min nach der Abfahrt vom ADAC musste ich in eine Tankstelle flüchten, es fing wolkenbruchartig an zu regnen. Ich zog das mittlerweile verhasste Regenkombi an, habe noch einen Kaffee getrunken und mich mit zwei Jungs unterhalten und ein bisschen von der Reise erzählt. Das heutige Ziel sollte eine günstige Unterkunft bei Würzburg sein. 50 km hinter München Richtung Nürnberg konnte ich das Regenkombi wieder wegpacken – FEHLER 😦 Bis Würzburg kenne ich jetzt fast jede Brücke (von unten 🙂 ) In Randersacker fand ich einen Landgasthof, checkte gegen 16.00 Uhr ein, ging ausgiebig duschen und anschließend auf der Terrasse direkt am Main Kaffee trinken. Wie verhext klarte der Himmel auf, Sonne pur 🙂 Also, – es sind ja nur noch 220 km bis nach Hause, – duschen und Kaffee bezahlen, umziehen – aufsitzen und ab nach Hause. Nicht dass das bis zu Hause mit dem Wetter gut ging 🙂 – natürlich nicht 🙂 40 km vor zu Hause ein fetter Wolkenbruch, 20 km weiter das gleiche nochmal 🙂 Ich habe mich unterwegs für 19.45 Uhr angekündigt, das war dann eine Punktlandung. Die Gefühle spielten auf den letzten Kilometern verrückt, zum einen die riesige Freude auf zu Hause, zum anderen dass es jetzt vorbei ist…………..

Slowenien bis Scheffau

Nach einem kleinen Frühstück, der ersten Mahlzeit nach dem Abendessen vom vergangenen Samstag Abend startete ich um 7.30 Uhr Richtung Villach. Die Apotheke war schnell gefunden, das entsprechende Medikament auch 🙂 Es dauerte ein bisschen, dann ließ der Schmerz endlich nach 🙂

Ein neuer Plan wurde gefasst, es sollte Richtung Dolomiten gehen 🙂  Bei noch herrlichem Wetter war es mal wieder richtig schön, Kurven zu wedeln, die Landschaft zu genießen und auch mildere Temperaturen zu haben. Die letzten beiden Tage hatte ich stellenweise 37 Grad auf dem Bordcomputer stehen. Leider hielt das Wetter nicht mehr lange, und anfänglich flüchtete ich mich immer in die Bushaltestellen-Häuschen, oder suchte mir einen Unterstand – ich hatte einfach keine Lust das Regenkomi anzuziehen. Die Wetterprognosen versprachen für die nächsten Tage keine Besserung, und es war kein Spass mehr mit dem Stollenprofil am Hinterrad und dem fast abgefahrenen Vorderrad im Nassen über die Pässe zu fahren. Also gab es eine erneute Planänderung: Ich war in der Nähe des Tauerntunnels, und die Reisenden die ich getroffen habe, meinten alle, dass das Wetter auf „der anderen Seite“ besser sei. Das war anfänglich auch so, habe aber immer wieder einen Schutt abbekommen. Mein Ziel für diesen Abend war der Ort Scheffau am wilden Kaiser.

Ich kam gegenüber des Hotel-Gasthofes Weberbauer in einer netten Pension unter, ruhte mich ein wenig aus, und ging zum Abendessen natürlich zum Weberbauer 🙂 Wiener Schnitzel war angesagt 🙂 Bei relativ angenehmen Temperaturen verbrachte ich den Abend draußen auf der Terrasse und lernte Christine und Jens kennen. Sie kamen aus der Nähe von Stuttgart und verbrachten ihren Urlaub hier in der Scheffau. Wir hatten uns viel zu erzählen und es war ein wirklich netter und gelungener Abend. Wir verabschiedeten uns gegen 23.00 Uhr, – ich wollte gegen 08.00 Uhr Morgens losfahren, das war Jens dann doch zu früh 🙂 Ganz liebe Grüße an dieser Stelle an Euch beide

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Sofia nach Ljubliana

Dadurch dass ich gestern nachmittag geschlafen hatte, war die Nacht so gegen 02.00 Uhr vorbei, und ich wälzte mich nur noch hin und her. Ich beschloss aufzubrechen, und saß um kurz nach vier wieder auf. Tagesziel hatte ich mir noch keins gesetzt, aber in der Navigation das erste Mal auf dieser Reise „nach Hause“ eingegeben. Der Magen machte mir echt zu schaffen. Ich beschloß unterwegs, dass ich zu einem Arzt oder einer Apotheke will, das aber in einem deutschsprachigen Land. So flogen die KM an diesem Tag nur so, mit gefühlten 100 Pausen, heftigen Schweißausbrüchen und permantem Schmerz stellte ich nach fast 900 km in der Nähe von Ljubliana ab. Mein Ziel nach Österreich zu kommen, erreichte ich nicht mehr, es fehlten noch 120 km. An diesem Tag durchfuhr ich den Rest von Bulgarien, ganz Serbien und Kroatien. Alle Grenzen konnte ich problemlos passieren. Am nächsten Morgen wollte ich in Villach / Österreich zur Apotheke, dann überlegen wie die Reise weitergehen soll.

von der Türkei nach Sofia

Ich vereinbarte schon gestern Abend beim bezahlen der Hotelrechnung, dass ich um 06.00 Uhr starten möchte, um die kühlen Temperaturen auszunutzen. Ich bekam auch meinen Kaffee, rödelte die BMW auf, und es ging los weiter Richtung Bulgarien. Ich fühlte mich an diesem Morgen nicht wirklich wohl, es machten sich heftige Magenschmerzen breit. Die Grenzabfertigung beider Länder (Türkei und Bulgarien) waren in nicht ganz 20 Minuten erledigt, meine Befürchtungen waren grundlos 🙂

Geplagt von mittlerweile heftigsten Magenschmerzen erreichte ich mein Tagesziel Sofia nach 460 km gegen 14.00 Uhr, checkte in das bereits vorher gebuchte Hotel ein, ging duschen und habe bis fast 19.00 Uhr geschlafen wie ein Stein. Die Schmerzen ließen im Liegen etwas nach, waren aber sofort wieder da, als ich aufgestanden war. Ich ließ es beim Versuch eine Kleinigkeit essen zu wollen und legte mich wieder hin. Ich konnte auch relativ schnell wieder einschlafen.

Leider keine Bilder mehr gemacht….

immer weiter Richtung Istanbul

Nach ca. 80 km erreichte ich Samsun, ab dort ging es ins Landesinnere, also weg von der Küste. Schade, das war richtig schön

Die Straße hatte wieder diesen Autobahn ähnlichen Charakter, diesmal aber pendelte ich mich auf 100 km/h ein, damit man nicht zum Hindernis der LKW wird. Es gab aber immer wieder ein paar dieser Kollegen, die ihre LKW haben laufen lassen, – schon Hammer wenn man von einem 40 to mit gefühlten 120 überholt wird. Ich bin noch bis Candere gefahren. Für den nächsten Tag sollte es nur noch um die 400 bis nach Istanbul sein. In einem Hotel an der „Istanbul-Samsun-Yolu“ habe ich eingecheckt, nebenan an der Shell mal endlich die BMW vom Dreck der letzten 9000 km befreit 🙂

 

Hier im Landesinneren hatte ich den Eindruck, dass man es mit dem Ramadan etwas ernster nimmt, es war nirgendwo Bier aufzutreiben, außer bösen Blicken und blöden Sprüchen (war mir ja egal, hab nix verstanden 🙂 ) war hier nichts zu ernten. Habe dann noch ne Kleinigkeit gegessen und mich schön lang gemacht…. Es wird tagsüber immer heißer, und das zehrt allmählich an den Kräften.

Weiter in Richtung Istanbul, bin schon um 6.45 h abgefahren, bei jetzt auf einmal 10,5 Grad, brrrrrr…..  Ich war mitten in einem Mittelgebirge auf knapp 1400 m. Jetzt heißt es laufen lassen, mit diesen Temperaturen geht es einfacher. Die Wolken hingen so tief, dass ich durchgefahren bin. Die ersten zwei Stunden hielten sich die knapp 11 Grad, dann ging es talwärts, und irgendwie brachte jeder Meter tiefer gleich gefühlt ein Grad mehr….. puh. Eigentlich wollte ich Istanbul wegen des wahnsinnigen Verkehrs weiträumig umfahren, aber meine Navigation nicht. Also bei 36 Grad durch die Stadt, über den Bosborus

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– ein ewiger Kampf gegen die Massen an Autos und LKW, irgendwie macht da jeder was er will (neben dem telefonieren und schreiben) Motorradfahrer sind da keine vollwertigen Verkehrsteilnehmer. Also Ellenbogen raus und sich Recht verschaffen, auf einmal ging es……. – völlig fertig noch 50 km weiter gefahren, und perfekt in einem Hotel direkt am Meer eingecheckt.

Morgen, Samstag,  ist Ruhetag, schlafen – zum Markt – Wellness – Pool und was mir sonst noch so einfällt

 

Fazit: die Türkei ist ein wirklich tolles Land, die Schwarzmeer Küste ein Traum, das Wasser lädt aber nicht wirklich zum schwimmen ein, – also an den Plätzen an welchen ich stehen geblieben bin. Die Menschen mit den ich bis Samsun zu tun hatte waren sehr freundlich, im Landesinneren änderte sich das bis auf ein zwei Außnahmen jedoch, nach Istanbul wurde es auf der eurpäischen Seite wieder besser. Morgen, Sonntag den 25.06.17 will ich weiter Richtung Ungarn, ich bin sehr auf die türkische Grenze gespannt, denn ich dürfte so 7 bis 8 mal geblitzt worden sein, jedes mal wenn ich durch eine Mautstation gefahren bin, gab es einen recht lauten Signalton……usw. Wenn die das alles sammeln, dann freue ich mich jetzt schon auf die Gespräche 🙂 🙂